Sonntag, 28. Oktober 2012

Wasserbretzeli

 
Bushcooks kitchen organisiert diesen Monat den Koch-Blog-Event bei Zorra mit dem Thema alte Schätzchen. Es soll ein Rezept aus einem alten Kochbuch sein. Anna nimmt daran teil und das ist ihr Rezept:


Blog-Event LXXXII - Alte Schätzchen (Einsendeschluss 15. November 2012)










Ich habe mich für das Buch Guetzle mit Betty Bossi entschieden.  Das Buch ist 1979 erschienen und ich habe ein Exemplar von der 10.-ten Auflage 1988. Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass ein Buch, das für Margarine wirbt, soviel Anklang gefunden hat. Das Rezept, dass mich sofort ansprach, waren die Wasserbretzeli. Die sind nicht so gebogen wie unsere Salzbrezeln,  sondern sind eigentlich dünne, knusprige Waffeln ähnlich wie unsere Eiswaffeln.  Da wir ein Schweizer Bretzeleisen haben, das ich gerne einmal ausprobieren wollte, versuchte ich es mit einem abgewandelten Rezept. Eigentlich sind daraus zwei Rezepte geworden. Ein völlig neu kreiertes, glutenfreies Rezept  und das Rezept von Betty Bossi ohne Ei mit etwas Sauerrahm und der halben, angegebenen Menge Zucker. Die Deziliter Angaben habe ich in Milliliter angegeben. Manche Testesser haben die glutenfreie Version sogar besser gefunden.


Egal wie sie heißen, die Waffeln mit diesem Waffeleisen sind um soviel besser als die gekauften Waffeln. Und sie können auch noch heiß in Form gebracht werden. Dazu haben sie auch noch ein schönes Muster und sind sehr dekorativ. Sie schmecken pur oder zu Cremen und Eis. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie mit Schokolade glasiert sehr gut schmecken. Die geformten können auch mit Creme gefüllt werden.
Das jura Waffeleisen
Bretzelieisen von innen
Die Waffeln können hauchdünn gebacken werden.
Es gibt auch Rezepte mit Mürbteig dazu. Dieser wird dann zu Kugeln geformt und 
je eine Kugel auf die 4 Muster gepresst.

Glutenfreie Version:

Zutaten für 6 große, runde Stücke:

15 g Tapiokamehl
45 g Reismehl
30 g Zucker
90 ml Wasser
10 g geriebene Haselnüsse
30 ml Speiseöl
  1. Zutaten zusammen zu einem dünnflüssigen Teig verrühren.
  2. Bretzeleisen hauchdünn mit Öl bestreichen.
  3. In die Mitte 1 Esslöffel Teig geben.
  4. Eisen schließen.
  5. Sobald sie sich mit einem Holzspachtel leicht lösen lassen sind sie fertig.
 flüssiger Teig mit geriebene Haselnüsse
  mit geriebenen Haselnüssen ohne Öl - sie bleiben dann fast weiß
sind aber trotzdem knusprig
 fertiges Bretzeli mit Silikonspachtel aus dem Eisen gehoben
braune Bretzeli mit Sonnenblumenöl
helle Bretzeli ohne Öl
Tipps:

  • Zucker, Haselnüsse oder Speiseöl kann auch weggelassen werden. Ich habe sie ohne Zucker, ohne Haselnüsse und ohne Öl getestet und jede einzelne Version hat lecker geschmeckt.
  • Silikonspachtel funktioniert noch besser.
  • Wer kein Bretzelieisen hat, kann den Teig noch etwas flüssiger machen. Dann in einer flachen Pfanne hauchdünn bei mittlerer Hitze einseitig backen. Pfanne vorher hauchdünn mit Öl einölen. Sobald der Teig gestockt ist, etwas Öl oben darüber gießen und fertig backen. Das gibt zwar keine Bretzeli, aber leckere, knusprige Teile.
  • Bitte nicht mit einem normalen Waffeleisen versuchen, denn das funktioniert nicht, da der Teig dort dicker sein muss.
  • Wer kein Bretzelieiesen hat kann auch dieses Rezept verwenden. Super lecker, super knusprig.

Abgewandelte Rezept von Betty Bossi:

Zutaten:

50 ml Sahne
50 ml Sonnenblumenöl
125 g Zucker
20 g Sauerrahm
250 g Mehl
Abrieb von einer Bio-Zitrone
250 ml Wasser

  1. Sahne, Sonnenblumenöl, Zucker und Sauerrahm mit dem Handmixer Rühreinsatz schaumig rühren.
  2. Zitronenschale hineinreiben und das Mehl hinzufügen.
  3. Wasser hinzufügen und gut durchrühren.
  4. Zu Beginn das Bretzeleisen dünn einölen. Bretzeleisen einschalten und heiß werden lassen.
  5. Mit einem Esslöffel den Teig in die Mitte des heißen Eisens geben.
  6. Bretzeleisen schließen und noch leicht zusammenpressen. 
  7. Sobald kaum mehr Dampf sichtbar ist Eisen wieder öffnen. Mit einem Spachtel das noch sehr weiche Bretzeli wegheben und flach auf ein Stück Backpapier legen.
  8. Für kleine Bretzeli mit einem Teelöffel den Teig in die Mitte der 4 Muster gießen.


 zähflüssiger Teig
 der Teig wird mit einem Esslöffel in der Mitte des Bretzelieisens 
für große und geformte Bretzeli gegossen
 ein großes Bretzeli
 ein Bretzeli über eine kleine Schüssel gelegt und mit den Fingern an
4 Ecken zusammengepresst
 ein Bretzeli in eine kleine Schüssel gepresst
 ein Bretzeli über das Metallende eines Schneebesens gebogen
ein kleines Bretzeli
geformt und ungeformte Bretzeli
Tipps:
  • Die Bretzeli sind sehr heiß. Beim Formen sollten daher vorher Gummihandschuhe angezogen werden.
  • Auch wenn sie nach dem Backen noch sehr weich sind, erhärten sie danach sehr rasch. Wer sie flach möchte, sollte sie daher auch gleich flach ausbreiten. Möchte sie wer geformt, dann rasch arbeiten.
  • Das Rollen der Bretzeli funktioniert einfacher, wenn sie gleich im Bretzelieisen gerollt werden.
  • Bretzeli können auch mit Eiserkucheneisen gebacken werden.

Kommentare:

  1. Das Rezept begeistert mich in vielerlei Hinsicht. Es ist glutenfrei und damit kann ich es für meinen lieben Mann nachbacken. Ein Waffeleisen habe ich auch, natürlich nicht so ein tolles wie Du, sondern ein ganz schlicht normales. Und als großer Zürich-Fan sind mir natürlich die Betty Bossi Bücher ein Begriff. So ein Klassiker ist natürlich ein großes altes Schätzchen.

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    1. Ich freue mich, dass ich Dich dafür begeistern konnte. Mit dem normalen Waffeleisen habe ich es noch nicht versucht. Werde es aber nachholen. Ich bin schon gespannt ob es damit auch funktioniert. LG Anna

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  2. @Anna
    Das sollte mit einem "normalen Waffeleisen nicht funktionieren, da dort der Teig zu dick ist. Aber Omas Eiserwaffeleisen geht.
    Gruß Ron

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    1. Danke Ron. Ich werde es trotzdem bei Gelegeneheit einmal testen und vielleicht ein neues glutenfreies Rezept für die normalen Waffeleisen entwickeln. lg Anna

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  3. Das mit der Margarine muss man im historischen Kontext sehen. Butter war relativ teuer und wurde in diesem Zeitraum als ungesund verteufelt. Wenn man sich heute die Zusatzstoffe in Margarine anschaut, sieht es genau umgedreht aus. LG Michael

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    1. Danke Michael für Deinen Input. Ich finde Margarine war noch nie gesund, da sie früher noch dazu mit gehärteten Fetten gemacht wurde. Und geschmacklich... :-(

      Bei uns in Österreich hatte das auch etwas mit den Exportverträgen zu tun. Wir verkauften unsere gute Butter billig nach England und erhielten dafür die grässliche Rama Margarine, die ich als Kind immer essen musste, da bei uns die Butter zu teuer war. :-(
      Inzwischen habe ich auch herausgefunden, das Betty Bossi zu der Zeit bei Unilever im Vertrag stand und die produzierte Margerine. Heute und unabhängig verwendet Betty Bossi Butter.

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